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WiM – Wirtschaft in Mittelfranken

Erlanger IT-Tüftler

Die IHK stellt in ihrem Magazin „WiM – Wirtschaft in Mittelfranken“ ASTRUM IT als Unternehmen vor. Von der Firmengeschichte, über das breit gefächerte Portfolio, bis hin zu aktuellen Projekten und Produkten gibt der Artikel Einblicke in 28 Jahre Softwareexpertise. 

Geschäftsführer Gerhard Pölz

Von Medizintechnik bis Besuchermanagement: Das Software-Haus ist auf vielen Feldern aktiv.

Das Spektrum an Innovationen, das die Astrum IT GmbH in Erlangen schon hervorgebracht hat, kann sich sehen lassen: Es reicht von der Roboterplattform für autistische Kinder bis zum digitalen Besuchermanagementsystem. 1992 gegründet, kann die Firma als Software-Entwicklungspartner mittlerweile einen reichen Erfahrungsschatz vorweisen. Diesen setzt das Unternehmen nicht nur in der Gesundheits-, Medizin- und Messtechnik ein; auch Anwendungen für Verwaltung und Management gehören zum Portfolio. Zudem entwickelt Astrum IT Software und bietet Services wie Hosting, Beratung sowie Betrieb. Dabei realisiert die Firma  individuelle Kundenprojekte ebenso wie eigene Standardprodukte. Das IT-Haus berät seine Kunden außerdem rund um die Themen Künstliche Intelligenz, Informationssicherheit, Gebrauchstauglichkeit sowie Geschäftsanalytik und unterstützt seine Kunden dabei, Software-Prozesse und –produkte operativ umzusetzen. Damit ist Astrum u. a. in Branchen wie der Automobilindustrie und im öffentlichen Sektor aktiv.

Für Geschäftsführer Gerhard Pölz liegt der Vorteil der breiten Palette auf der Hand: „Unsere Kunden profitieren von dem praktischen Know-how, das die hausinterne Entwicklung mit sich bringt.“ Dabei arbeiten die rund 150 Beschäftigten auch mit Universitäten und Kliniken im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsprojekte zusammen. „Wir denken Software vom Wirkungsgrad und vom Wertschöpfungspotenzial her“, erklärt Pölz sein Schlagwort von der „digitalen Vitalität“, mit der sich das Unternehmen von der Vielzahl an Software entwickelnden Wettbewerbern abheben will.

Der Erfolg der GmbH, die pro Jahr rund 13 Mio. Euro umsetzt, ist eng verbunden mit dem Gründer Walter Greul, der im Dezember 2019 in den Ruhestand gegangen ist. Der Diplom-Informatiker begann mit einem Start-up im IGZ Innovations- und Gründerzentrum Nürnberg-Fürth-Erlangen, wo er ein System zur Personaleinsatzplanung entwickelte. Greul erntete zahlreichen Ehrungen: 1996 der IHK-Gründerpreis Mittelfranken, 1997 Finalist „Entrepreneur des Jahres“, 1999 Job-Star der „Region Nürnberg“ für überdurchschnittliches Engagement bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, 2002 Bundesverdienstkreuz, 2014 Erlanger Medizinpreis, 2015 Bayerischer Innovationspreis. 1998 wurde der Grundstein für die neue Firmenzentrale im Gewerbegebiet Erlangen-Tennenlohe gelegt, drei Jahre später wurde die Immobilie bezogen. Auch die früheren Ministerpräsidenten Dr. Edmund 
Stoiber und Dr. Günther Beckstein waren schon zu Besuch und informierten sich über das Leistungsspektrum der Firma. Zudem war Greul von 2006 bis 2012 Mitglied im Mittelstandsausschuss des DIHK und lange Jahre Laudator, Sponsor und Jurymitglied des alljährlich vergebenen IHK-Gründerpreises Mittelfranken.

Innovationen im Medizinbereich

Als zertifizierter Entwicklungspartner für Medizinprodukte legen die IT-Spezialisten von Astrum großen Wert auf den sicheren Umgang mit sensiblen Daten. Davon profitierten Kundenprojekte ebenso wie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist der elektronische Medikationsplan („eMediPlan“), über den alle angeschlossenen Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser die wichtigsten Fakten abrufen können, bis hin zu Apps für Tablet-PCs im Krankenwagen. Die Anwendung erfasst Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme und wurde im Nachgang des Lipobay-Skandals Anfang der 2000er Jahre in einer Testphase entwickelt, u. a. mit dem Klinikum Fürth, der Ärztegenossenschaft Mittelfranken und den Pharmawissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Im Verbund mit dem Fraunhofer-Institut IIS und in Partnerschaft mit der Berliner Humboldt-Universität sowie der FAU, wird im Projekt „Erik“ eine Roboterplattform entwickelt, die dabei helfen soll, sich mit autistischen Kindern auszutauschen. Das Verstehen von Signalen wie Gesichtsausdrücken und Stimmenveränderungen ist bei solchen Kindern beeinträchtigt. Sie können dadurch andere Menschen schwer einschätzen, nehmen aber Roboter als vorhersehbar und weniger komplex wahr. Der Roboter „Pepper“ – bei dem Astrum die Datenintegration und -aufbereitung, das Dashboard und die Oberflächen-Umsetzung entwickelt – therapiert die Kommunikationsfähigkeit, erfasst Mimik und Sprache, interpretiert die Signale und leitet Emotionen ab. „Mittels Gesten und Augenbewegungen kann Pepper lebensnah mit Kindern interagieren, wobei Ängste im Umgang mit Menschen reduziert werden“, erklärt Sandra Höck, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Astrum. Das Bundesforschungsministerium übernimmt 92 Prozent der Kosten des Projekts, das über eine dreijährige Laufzeit bis August 2021 angesetzt ist.

Besucherströme managen

Zu einem besonderen Verkaufserfolg ist inzwischen das Besuchermanagementsystem „Visit“ von Astrum geworden. Es hilft Unternehmen dabei, den Überblick zu behalten, wer sich auf dem Betriebsgelände befindet, um unbefugte Personen vom Zutritt abzuhalten und Mitarbeiter und Eigentum zu schützen. Die Anmeldung und Unterweisung erfolgt über ein Bedienterminal oder per Online-Check-in. „Das System kann sowohl mit vorangemeldeten als auch mit spontanen Besuchern umgehen und berücksichtigt ebenso unterschiedliche Szenarien wie auch die individuellen Anforderungen eines Standorts“, sagt Pölz. Bei Bedarf werden etwaige Sanktionslisten geprüft und Ausweise zur Zutrittsberechtigung gedruckt – alles ohne Personaleinsatz. Das System vereint 24 Sprachen – von Arabisch bis Chinesisch – in sich, was sich gerade bei Anlieferungen durch Speditionen aus dem Ausland als Vorteil erweist. „Visit“ wird von Kunden wie Siemens, Infineon, Thyssen-Krupp und Bosch eingesetzt.

Seit 2009 sind rund 20 Mitarbeiter in den Büros in München und Augsburg tätig und kümmern sich u. a. um ein Mitglieder-Management-System für Ärzte, Kammern und Pflegedienste. Sein soziales  Engagement zeigt das Unternehmen auf vielfältige Weise in Erlangen, indem es z. B. die Tagespflege am Ohmplatz, das Ronald-McDonald-Haus, die Alexander-Beck-Kinderfonds-Stiftung und den HC Erlangen unterstützt. Für den Handball-Bundesligisten wirkt Astrum als IT-Supporter und betreut die Infrastruktur des Vereins.

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