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Das virtuelle Schulgebäude

Eine Lerncloud für die Grundschule Tennenlohe

Unsere Bildungsplattform ist bereits seit April 2020 an der Grundschule Tennenlohe im Einsatz - als „virtuelles Schulgebäude“. Das integrierte System besteht aus Kursplattform, Video-Konferenz-Lösung und Dokumentenverwaltung. Damit wurde/wird der Distanz-Unterricht vollständig über die Plattform durchgeführt und unterstützt Schüler, Eltern und Lehrer bei ihren jeweiligen Aufgaben.

 

Blogbeitrag ASTRUM IT Digitalisierung Grundschule Tennenlohe

Ein weiterer wunderbarer Anwendungsfall, den sich die Grundschule Tennenlohe erschlossen hat, ist das „On-Boarding“ neuer Schüler: Die „Wackelzähne“ aus dem Kindergarten bekommen einen Zugang und können zusammen mit ihren Eltern schon vor offiziellem Schulbeginn die Schule entdecken und erkunden. Wir haben uns mit der Schulrektorin Frau Reichel über Ihre Erfahrungen ausgetauscht.

Mit welchen Problemen sah sich die Grundschule Tennenlohe zu Beginn der Pandemie konfrontiert?

Sabine Reichel: Als unsere Schule im März 2020 geschlossen wurde, war dies erst einmal ein großer Schock! Die Schulschließung war rasch mit einem großen Umdenken für alle Beteiligten verbunden. Wir haben schnell gemerkt, dass es beim Distanzlernen um mehr geht als nur darum, digitales Material fürs Lernen zu Hause zu erstellen und dieses an die Eltern und Kinder per Mail zu verschicken. Beziehungsarbeit, rasches Feedback, direkte Kommunikation - das sind gerade für Grundschüler wichtige motivationale Bausteine fürs Lernen. Dazu benötigt man jedoch die entsprechenden Tools, wie etwa Videokonferenzsysteme, Messenger- Dienste, Apps, um interaktive Lernmaterialien zu erstellen, Möglichkeiten des digitalen Uploads von Arbeitsergebnissen, Feedback- und Kontrollmöglichkeiten, eine Cloud. Eine professionelle Lösung für all diese Wünsche hatten wir am Beginn der Pandemie nicht.

  1. Wie war der Ist-Zustand vor dem Homeschooling?

Sabine Reichel: Unsere Schule war bereits vor der Pandemie technisch gut ausgestattet: In jedem Klassenzimmer gab es bereits W-LAN, Beamer, Dokumentenkameras, Laptops für die Lehrkräfte, I-Pads mit vielen Lern-Apps und auch Materialien zum analogen und digitalen Programmieren. Allerdings wurden die digitalen Werkzeuge ausschließlich im Präsenzunterricht eingesetzt. Es existierten auch bereits vor Corona Ganztagsangebote und Arbeitsgemeinschaften, durch die unsere Schüler eine fundierte Medienkompetenz erhalten konnten. Ein Beispiel dafür ist unser Schulradio „AnTennenlohe“, das wir dann auch während des Distanzlernens sehr intensiv genutzt haben. Alle Sendungen finden Sie auf unserer Internetseite www.gs-tennenlohe.de. Aber: Uns fehlte sozusagen die „virtuelle Schule“, in der man sich virtuell zum Unterricht trifft und wo asynchrone und synchrone Formen des Lernens angeboten werden. Und uns fehlte die Kompetenz, diese Idee umzusetzen.

  1. Wie wurde das Thema Homeschooling angegangen und gelöst?

Sabine Reichel: Die ersten Wochen wurden die Materialien per Mailverteiler an die Eltern versendet, manche Lehrkräfte brachten sie auch direkt bei den Kindern zu Hause vorbei und reichten diese zum Beispiel unter Wahrung des Mindestabstandes über den Gartenzaun. Es wurde telefoniert und gemailt. Alles sehr umständlich. Die Mailpostfächer waren oft überfüllt, die Eltern mussten vieles zu Hause ausdrucken, die Korrekturen der Aufgaben erfolgten durch die umständliche Rückgabe über Kisten im Müllhäuschen der Schule oft erst Tage später.

Rasch war uns klar, dass das besser geht. Zum Glück kamen die Schülereltern Anna und Werner Spiegl auf uns zu. Sie hatten die Idee, eine schuleigene Lernplattform für und mit uns zu gestalten. Anna Spiegl ist zertifizierte Datenschutzbeauftragte und Werner Spiegl IT-Berater. Aufgrund ihrer Expertise konnten wir die Idee einer „virtuellen Schule“ umsetzen. Mein Konrektor Herr Schmid und ich haben zwischen April und Oktober 2020 unser Kollegium wöchentlich fortgebildet. Es wurden bei den Fortbildungen Wünsche eruiert, die dann wiederum von der Familie Spiegl technisch umgesetzt wurden. Die Familie Spiegl hat ehrenamtlich sehr viel Zeit in den Aufbau der Lernplattform investiert.

  1. Wie wurde die Lernplattform von den Kindern angenommen und sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Sabine Reichel: Jedes Kind, das zu uns kommt, erhält als Erstes einen Zugang für die Lernplattform. Mittlerweile sogar schon die Vorschulkinder. Wir Lehrkräfte können dem Kind dann die entsprechenden Bereiche freischalten, also zum Beispiel das virtuelle Klassenzimmer seiner Klasse, Förderräume, den Bereich „Für alle Schüler“, wo klassenübergreifende Angebote zu finden sind, Musik- und Sportkurse. Auch die Lehrkräfte treffen sich virtuell im Lehrerzimmer, haben Möglichkeiten, Material online auszutauschen und große Daten über eine Cloud-Lösung abzuspeichern. Wir halten unsere Konferenzen, Teambesprechungen und Arbeitskreise virtuell ab, auch Elternabende. Die Lernentwicklungsgespräche haben die Kolleginnen und Kollegen mit den Kindern online geführt. Auch der Förderverein und der Elternbeirat nutzen die „virtuelle Schule“, um ihre Dateien zu archivieren und sich zum Planen zu treffen. Mittlerweile erfolgen auch Elternumfragen oder Bedarfsabfragen über die Lernplattform. Wir haben nun also einen gemeinsamen, virtuellen Ort mit sehr vielen Möglichkeiten zum Lernen, Austausch, Präsentieren und Kommunizieren. Das ist insbesondere für die Kinder von Vorteil, weil sie sich nur ein Passwort merken müssen, um alle digitalen Anwendungen zu nutzen.

Für uns Lehrkräfte ist die Frage nach dem Datenschutz immer besonders wichtig: Alle verwendeten und integrierten Tools sind datenschutzkonform, was sehr beruhigend für uns alle ist. 

  1. Seit Juni ist die ASTRUM IT GmbH Digitalisierer der Infrastruktur. Für uns als Software-Experten ist die Lernplattform ein Herzensprojekt, das pro Bono im Consulting betreut wird. Wie war die bisherige Zusammenarbeit mit dem Team rund um Werner Spiegl, Leiter Consulting?

Sabine Reichel: Die Zusammenarbeit ist großartig! Wir schätzen besonders, dass unsere Wünsche und Anliegen sehr schnell und effizient umgesetzt werden. Da Werner Spiegl bei uns an der Schule selbst zwei schulpflichtige Kinder hat, kann er alles besonders gut nachvollziehen und entsprechend adaptiv programmieren. Wir sind sehr froh, dass das Projekt über ASTRUM betreut wird. Ein starker Partner mit entsprechender Expertise ist eine unglaubliche Beruhigung für uns als Schule. Denn wir Lehrkräfte sind zwar Lern-Experten, aber keine Software-Experten.

  1. Werden Sie die Lernplattform auch zukünftig in den Schulalltag einbinden?

Sabine Reichel: Selbstverständlich. Das geschieht auch bereits. Viele Lehrkräfte geben den Kindern digitale Hausaufgaben, die dann auf der Lernplattform zu finden sind. Wir nutzen die Plattform auch jetzt unter anderem zum Austausch, für Sprechstunden, Teamsitzungen, Abfragen, Umfragen oder Elternabende. Die Kinder finden dort auch weiterhin viele interaktive Übungen zum Vertiefen des Lernstoffes. Schülerergebnisse, Wettbewerbsbeiträge und schulinterne Aktionen, bei denen die Kinder Ergebnisse hochladen können, wickeln wir ebenfalls über die Lernplattform ab. Die Leseförderung erfolgt zum Teil digital über unsere Lernplattform, dieser Bereich soll künftig noch ausgeweitet werden. Wir sind sehr glücklich, dass wir auf unsere „virtuelle Schule“ im Unterrichtsalltag zurückgreifen können und möchten sie nie mehr hergeben!

Gerne nehmen wir Digitalisierungsanfragen entgegen. Unsere Experten beraten kompetent und erstellen eine Lernplattform, die hilft, die Digitalisierung an Schulen voranzubringen.

Digitalisierung an Grundschulen_ASTRUM IT GmbH
Sabine Reichel, Schulleiterin Grundschule Tennenlohe.

 

 

 

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