Digitale Barrierefreiheit im Fokus: Ein Blick hinter den Workshop bei ASTRUM IT
Ende Februar 2026 fand in unserem ASTRUM IT-Headquarter am Nordostpark 33 ein besonderer Workshop für das VISIT-Produktentwicklungsteam statt. Vier Stunden lang drehte sich alles um das Thema digitale Barrierefreiheit. Von rechtlichen Grundlagen bis hin zu praktischen Tests am eigenen Produkt. Im Interview erzählen unsere UX-Designer Laura und Dominik, warum das Thema alle betrifft und welche Erkenntnisse sie aus dem Workshop mitnehmen.

Laura, warum hat sich ASTRUM IT mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigt?
Laura: Barrierefreiheit ist in der Softwareentwicklung längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine grundlegende Notwendigkeit. Gerade bei unserer

Laura, UX-Designerin bei ASTRUM IT
Softwareplattform rund um das Thema Besucher- und Yard Management VISIT, einem Produkt, das täglich von vielen verschiedenen Nutzergruppen eingesetzt wird, wollen wir sicherstellen, dass wirklich jeder es bedienen kann. Der Workshop sollte uns helfen, dafür ein gemeinsames Verständnis im Team aufzubauen und die technischen sowie rechtlichen Grundlagen kennenzulernen.
Dominik, was war das Besondere an diesem Workshop?
Dominik: Unser Referent Simon hat das Thema unglaublich greifbar gemacht. Er ist selbst blind, arbeitet als Entwickler und Tester und hat uns gezeigt, wie er mit einer Braillezeile oder einem Screenreader arbeitet. Die Live-Demonstration war besonders eindrücklich, denn anhand des konkreten Beispiels wurde klar, wie wichtig gute Strukturierung, Alternativtexte und logische Navigation für die Nutzererfahrung in Verbindung mit Assistenzsystemen sind.
Laura, Ihr habt euer eigenes Produkt VISIT auf Barrierefreiheit getestet. Wie lief das ab?
Laura: So wurde das Thema nicht theoretisch, sondern ganz konkret greifbar. Simon hat unser Produkt VISIT getestet, insbesondere den Online Check-in und das WebUI. Dabei konnten wir live verfolgen, welche Elemente gut zugänglich sind, wo es noch Stolpersteine gibt und wie erste Verbesserungsansätze realisiert werden könnten.

Dominik, UX-Designer bei ASTRUM IT
Dominik: Besonders spannend war, dass nicht nur wir, sondern auch große Anbieter noch Herausforderungen in Sachen Barrierefreiheit haben. Das hat uns gezeigt: Barrierefreie Software ist ein fortlaufender Prozess, der immer wieder überprüft und verbessert werden muss.
Welche Erkenntnisse nehmt ihr aus dem Workshop mit?
Laura: Ein zentraler Aha-Moment entstand durch den Einsatz von Screenreadern. Die Teilnehmenden gewannen erstmals ein echtes Verständnis dafür, wie blinde Menschen Software nutzen. Etwa, wie sie sich durch Inhalte navigieren, sich eine Seite erschließen und woran sie sich orientieren. Dabei wurde auch deutlich, wie schnell und effizient diese Tools genutzt werden können, gleichzeitig aber auch, wie schnell man an Grenzen stößt, wenn Inhalte nicht sauber strukturiert oder technisch korrekt ausgezeichnet sind.
Dominik: Besonders eindrucksvoll war der Perspektivwechsel: Elemente, die für sehende Nutzerinnen visuell präsent sind, spielen für Screenreader-Nutzerinnen teilweise eine ganz andere Rolle, während scheinbar nebensächliche Inhalte plötzlich zentral werden. Fehlende semantische Struktur, nicht erkennbare Interaktionen oder unzureichendes Markup wurden so als echte Barrieren erlebbar, etwa wenn Menüs nicht als solche erkennbar sind oder Überschriften technisch nicht korrekt ausgezeichnet wurden. Ergänzt wurde diese Erfahrung durch den direkten Austausch mit einer betroffenen Person. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und aus erster Hand zu erfahren, wie sich digitale Barrieren im Alltag auswirken, wurde als besonders wertvoll wahrgenommen.
Wie geht es jetzt weiter bei ASTRUM IT?
Laura: Das Thema bleibt fest auf unserer Agenda. Wir wollen künftig schon in der Konzeptphase stärker auf Barrierefreiheit achten und Leitlinien für unsere Projekte entwickeln.
Dominik: Außerdem möchten wir unser Wissen im Team weitergeben und vielleicht auch andere Projekte bei ASTRUM IT dabei unterstützen, barrierefreier zu werden.
Zum Schluss: Welche Empfehlung habt ihr für andere Entwicklungsteams?
Dominik: Nehmt Barrierefreiheit als festen Bestandteil eurer Entwicklung wahr, nicht als Zusatzaufgabe. Schon kleine Anpassungen können große Wirkung haben.
Laura: Und holt euch früh Expertise ins Boot. Workshops wie dieser öffnen die Augen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Fazit
Der Workshop mit Simon hat uns wieder gezeigt: Barrierefreiheit ist ein zentraler Bestandteil moderner Softwareentwicklung und betrifft weit mehr als technische Details. Für das VISIT-Team bei uns war die Veranstaltung ein wichtiger Impuls, digitale Produkte künftig noch inklusiver, verständlicher und zugänglicher zu gestalten.


